Offene Wohnküche in einer von Daunenspiel eingerichteten Neubauwohnung: Esstisch mit hellen Polsterstühlen zwischen der blauen Küchenzeile und dem Sofa, Fischgrätparkett

Wohnküche einrichten: Küche und Wohnzimmer in einem Raum

Offene Wohnküche in einer von Daunenspiel eingerichteten Neubauwohnung: Esstisch mit hellen Polsterstühlen zwischen der blauen Küchenzeile und dem Sofa, Fischgrätparkett
Küche, Essplatz und Sofa in einem Raum. Neubauwohnung aus 2026, eingerichtet von Daunenspiel.Foto: @gregorproductions

Wer eine Wohnküche einrichtet, beginnt bei der Küche, denn sie ist an Wasser und Abfluss angeschlossen. Danach stellen Sie Esstisch und Sofa so, dass Kochen, Essen und Wohnen auch ohne Wand je einen eigenen Bereich haben.

Den Wohnbereich legen wir wie bei jeder Wohnzimmer-Planung im Grundriss an und entwickeln dazu ein Farb- und Materialkonzept. In der Wohnküche kommt hinzu, dass Sie die Küche vom Wohnbereich aus sehen und hören.

In welcher Reihenfolge planen Sie eine Wohnküche?

Wir planen eine Wohnküche in dieser Reihenfolge, vom Wasseranschluss bis zum Teppich:

  1. Die Küche. Versetzen lässt sie sich nur mit neu verlegten Leitungen. Welche Form in Ihren Raum passt, klären wir in der Küchenplanung. Wie eine Küchenplanung bei uns abläuft, beschreibt der Beitrag Küche planen lassen.
  2. Der Dunstabzug. Ob Abluft oder Umluft, entscheiden Sie, bevor die Küche bestellt wird. Eine Ablufthaube braucht einen Weg ins Freie, und den hat nicht jede Wohnung.
  3. Der Esstisch. Sein Platz muss feststehen, bevor der Elektriker den Auslass an der Decke setzt, sonst hängt die Leuchte später neben der Tischmitte.
  4. Das Sofa. Kaufen Sie es erst, wenn Küche und Tisch im Plan stehen, denn erst dann wissen Sie, wie lang es sein darf.
  5. Teppiche und Vorhänge. Größe und Farbe richten sich nach den Möbeln, deshalb kommen sie zuletzt.

Wie trennen Sie Küche und Wohnbereich ohne Wand?

Ohne Wand teilen die Möbel den Raum in Bereiche: Die Kochinsel schließt die Küche ab, und das Sofa kehrt dem Esstisch den Rücken zu.

Bei der Kochinsel oder Halbinsel zeigt die Arbeitsseite zur Küche und die Rückseite zum Raum. Weil Sie diese Rückseite vom Esstisch und vom Wohnbereich aus jeden Tag sehen, planen wir sie wie eine Möbelfront, mit Türen oder einer Verkleidung aus demselben Holz wie der Esstisch. Ist die Theke zur Wohnseite hin etwas höher als die Arbeitsfläche, verschwindet das schmutzige Geschirr dahinter. Mit einem Überstand für Barhocker sitzen Gäste beim Kochen dabei.

Der Esstisch steht zwischen Küche und Sofa, so nah an der Arbeitsfläche, dass niemand mit vollen Tellern durch den Wohnbereich gehen muss. Die Leuchte darüber hält den Essplatz hell, wenn der Rest des Raums schon dunkel ist. Wie groß der Tisch sein soll und wie viel Platz die Stühle brauchen, steht in unserem Beitrag zum Massivholz-Esstisch.

Das Sofa grenzt den Wohnbereich mit seiner Lehne ab. Steht es mit dem Rücken zu Tisch und Küche, schauen Sie beim Sitzen zum Fenster oder zum Fernseher, und die Arbeitsfläche liegt hinter Ihnen. Hinter der Lehne hat ein niedriges Sideboard nach Maß Platz. Es verlängert die Linie der Lehne und nimmt Tischwäsche und Geschirr auf, die Sie am Esstisch brauchen. Worauf es beim Sofa selbst ankommt, lesen Sie im Beitrag zum Designer-Sofa.

Ein Teppich unter der Sitzgruppe zeigt, wo der Wohnbereich beginnt. In den Kochbereich gehört keiner, weil dort Spritzer und Brösel landen. Liegt einer unter dem Esstisch, muss er so groß sein, dass die Stühle auch zurückgeschoben noch darauf stehen, sonst bleiben die Stuhlbeine an der Kante hängen. Passt keine Standardgröße, fertigen unsere Hersteller einen Maßteppich.

Damit Sie am Abend jeden Bereich für sich beleuchten können, bekommt jeder einen eigenen Schalter, Essplatz und Sitzgruppe am besten einen Dimmer. Nach dem Essen schalten Sie das Licht über der Arbeitsfläche aus, und die Küche liegt im Dunkeln.

Helles Bouclé-Sofa im Vordergrund, dahinter ein runder Esstisch mit Polsterstühlen vor bodenlangen Vorhängen
Sofa und Esstisch in derselben Wohnung, gesehen vom Wohnbereich.Foto: @gregorproductions

Was passt in eine kleine Wohnküche mit 20 bis 30 m²?

Eine Wohnküche mit 20 bis 30 m² fasst neben der Küche einen Esstisch und ein Sofa, wenn jedes Möbel nur so groß ist, wie Sie es wirklich nutzen. Neue Wohnungen in Wien sind eher klein: Die 2023 fertiggestellten haben laut Statistik Austria im Schnitt 65 m², und 36,5 Prozent von ihnen liegen zwischen 45 und 60 m².

Eine Halbinsel schließt an der Wand oder an der Küchenzeile an und braucht deshalb nur auf drei Seiten einen Gang. Auf 25 m² bleibt so oft noch Platz für einen Esstisch, und ein runder hat keine Ecken, an denen man auf dem Weg zur Küche hängen bleibt. Bei einer Bank an der Wand fällt der Platz zum Zurückschieben weg, und unter der Sitzfläche lassen sich Laden einbauen. Ist der Raum noch knapper, wird die Halbinsel mit einem Überstand selbst zum Essplatz, und das Sofa bekommt die Wand gegenüber.

Weil Sie die Küche vom ganzen Raum aus sehen, planen Sie Schränke bis zur Decke und Geräte, die hinter der Möbelfront verschwinden, etwa einen vollintegrierten Geschirrspüler. Geschlossene Oberschränke lassen die Wand ruhig wirken.

Wie breit die Wege zwischen den Möbeln sein sollen, haben wir im Beitrag Wohnzimmer einrichten zusammengefasst. In der Wohnküche kommt ein Weg dazu, den Sie mit vollen Händen gehen: der von der Arbeitsfläche zum Tisch. Ob Tisch und Sofa so stehen können, wie Sie es sich vorstellen, sehen Sie vorab in der 3D-Planung: Wir nehmen den Raum mit Matterport und iMapper auf und zeigen Ihnen die Varianten im pCon Planner.

Welche Materialien verbinden Küche und Wohnbereich?

Ein Boden, der ohne Wechsel von der Küchenzeile bis unter das Sofa läuft, verbindet Küche und Wohnbereich, und eine Wohnküche mit 25 m² wirkt dadurch größer.

Wer Parkett bis in den Kochbereich legt, muss Spritzwasser gleich aufwischen, denn stehendes Wasser zeichnet sich als dunkle Fuge ab oder lässt das Holz quellen. Sollen es im Kochbereich Fliesen oder Stein sein, legen Sie die Grenze an eine Kante, die es ohnehin gibt, etwa an die Rückseite der Insel. Der Wechsel folgt dann einer Möbellinie und sieht geplant aus.

Dazu kommen Holz und Farbe, die auf beiden Seiten wiederkehren: Das Holz der Küchenfronten findet sich im Regal neben dem Sofa, der Ton der Arbeitsplatte in einem Vorhang oder im Bezug der Stühle.

Für die Wände raten wir zu einer Farbfamilie für den ganzen Raum. Wir arbeiten mit den Wandfarben von Cooper Colours aus Brunn am Gebirge und beraten Sie auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause, wo Sie die Farben im Licht Ihres Raums sehen.

Was hilft gegen Kochgerüche und Lärm im Wohnbereich?

Gegen Kochgerüche braucht eine Wohnküche einen Dunstabzug, der für den ganzen Raum ausgelegt ist. Für Ruhe sorgen leise Geräte und Stoffe, die den Schall schlucken.

Kochgerüche halten sich in Wohnräumen hartnäckig, und Fettdunst setzt sich auf den Möbeln ab, in einer Wohnküche also auch auf Sofa und Vorhängen. Deshalb raten wir in einer offenen Küche zur Ablufthaube, die den Kochdunst ins Freie leitet. Dafür braucht es einen Durchbruch von etwa 15 cm durch die Außenwand oder einen Schacht, und in einer Mietwohnung ist die Genehmigung dafür schwer zu bekommen. Hängt in der Wohnung eine Gastherme, klären Sie die Abluft vorher mit dem Rauchfangkehrer.

Bleibt es bei Umluft, legen Sie die Haube für den ganzen Raum aus, denn in einer Wohnküche verteilt sich der Dunst bis zum Sofa. Die maximale Luftfördermenge rechnen Sie mit der Faustformel von topprodukte.at: Fläche mal Raumhöhe mal zehn. Für eine Wohnküche mit 25 m² und 2,60 m Raumhöhe ergibt das 650 m³ pro Stunde, im Altbau mit 3,20 m sind es 800 m³. Umluft filtert Fett und Geruch und lässt den Wasserdampf im Raum. Öffnen Sie nach dem Kochen deshalb kurz gegenüberliegende Fenster. Im Winter reichen drei bis fünf Minuten.

Wie laut ein Gerät ist, steht im Datenblatt. Für die Auszeichnung topprodukt.GOLD muss eine Haube unter 55 dB bleiben. Beim Geschirrspüler finden Sie die Geräuschangabe auf dem EU-Energielabel, und die Unterschiede zwischen den Geräten sind groß. Vergleichen Sie die Werte vor dem Kauf, denn in einer Wohnküche läuft der Geschirrspüler, während Sie nach dem Essen auf dem Sofa sitzen.

Harte Flächen werfen den Schall zurück, und in einem großen offenen Raum hallt er länger nach, sodass Sie die Geräte deutlicher hören. Ein Sofa mit Stoffbezug, der Teppich unter der Sitzgruppe, ein Regal voller Bücher und Vorhänge aus Leinen oder Wolle schlucken einen Teil davon.

Häufige Fragen

Wie richtet man eine kleine Wohnküche ein?

In einer kleinen Wohnküche kann die Halbinsel mit einem Überstand zugleich der Essplatz sein, und das Sofa steht mit dem Rücken zur Küche. Weil Sie den Kochbereich vom ganzen Raum aus sehen, planen Sie Schränke bis zur Decke und Geräte hinter Möbelfronten. Ein runder Tisch und eine Bank an der Wand sparen Platz.

Wie trennt man Küche und Wohnzimmer ohne Wand?

Ohne Wand trennen Möbel Küche und Wohnzimmer: auf der Küchenseite die Kochinsel oder Halbinsel, auf der Wohnseite die Rückseite des Sofas und dazwischen der Esstisch. Dazu kommen ein Teppich unter der Sitzgruppe und ein eigener Lichtschalter für jeden Bereich.

Ist in einer Wohnküche Abluft oder Umluft besser?

In einer Wohnküche raten wir zur Ablufthaube, weil sie den Kochdunst ins Freie leitet. Dafür braucht es einen Durchbruch von etwa 15 cm durch die Außenwand oder einen Schacht, und in einer Mietwohnung ist die Genehmigung dafür schwer zu bekommen. Bleibt es bei Umluft, rechnen Sie die Luftfördermenge für den ganzen Raum: Fläche mal Raumhöhe mal zehn. Lüften Sie nach dem Kochen, denn Umluft lässt den Wasserdampf im Raum.

Welcher Boden passt in eine Wohnküche?

Am besten läuft ein einziger Boden ohne Wechsel durch die ganze Wohnküche, weil er Küche und Wohnbereich verbindet. Liegt Parkett bis in den Kochbereich, wischen Sie Spritzwasser gleich auf, denn stehendes Wasser zeigt sich als dunkle Fuge oder lässt das Holz quellen. Sollen es im Kochbereich Fliesen sein, legen Sie die Grenze an die Rückseite der Insel.

Sofia Vrecar
Geschrieben von
Sofia Vrecar
Gründerin & Interior Designerin, Daunenspiel

Sofia Vrecar hat Daunenspiel 2016 gegründet und führt das Studio als Interior Designerin. Mit ihrem Team gestaltet sie Wohnungen, Häuser und Projekte in Wien und Umgebung, von der ersten Idee bis zur fertigen Einrichtung.

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Auf den 210 m² unseres Showrooms in der Marxergasse 22 im dritten Bezirk steht eine Ausstellungsküche von ARRITAL, und auch die Teppichmuster unserer Hersteller sind dort ausgestellt. Im Erstgespräch sehen wir uns den Grundriss Ihrer Wohnküche gemeinsam an und besprechen, wo Küche, Esstisch und Sofa stehen können, bevor Sie das erste Möbel kaufen. Das Erstgespräch ist kostenlos, ebenso die Beratung zu einzelnen Möbelstücken.

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