Langer Esstisch mit heller Holzplatte, Sitzbank und weißen Stühlen vor einer offenen Küche

Massivholz-Esstisch: Welches Holz, welche Oberfläche, welche Größe?

Interieur
Langer Esstisch mit heller Holzplatte, Sitzbank und weißen Stühlen vor einer offenen Küche
Esstisch mit Holzplatte und Sitzbank im Projekt Haus am See.Foto: @gregorproductions

Für einen Esstisch aus Massivholz empfehlen wir harte Hölzer wie Eiche oder Esche und eine Oberfläche, die Ihren Alltag aushält. Groß genug ist er, wenn jede Person mindestens 60 Zentimeter Tischbreite hat.

Bei Esstischen und Essgruppen sind bei uns vor allem Keramik und Massivholz gefragt. Massivholz nimmt Feuchte aus der Raumluft auf und gibt sie wieder ab. Mit den Jahren bekommt es außerdem Gebrauchsspuren. Wie gut Ihr Tisch mit beidem zurechtkommt, hängt von Holzart und Oberfläche ab. Welche Esstische wir im Studio führen, sehen Sie unter Tische und Stühle.

Welches Holz eignet sich für einen Esstisch?

Für einen Esstisch, an dem täglich gegessen und gearbeitet wird, eignen sich Eiche und Esche am besten. Beide sind hart und kommen mit trockener Heizungsluft besser zurecht als Buche.

Wie leicht eine Tischplatte eine Delle bekommt, zeigt die Brinellhärte, angegeben in N/mm². Je höher der Wert, desto besser eignet sich ein Holz für eine Tischplatte, die viel aushalten muss. Die Werte für fünf Laubhölzer stammen, wie die übrigen Holzdaten in diesem Beitrag, von proHolz Austria:

  • Eiche, 34 N/mm²: Für gediegene Möbel ist Eiche die erste Wahl. Eichenholz enthält allerdings Gerbsäure. Wenn feuchtes Eichenholz mit Eisen in Berührung kommt, können dunkelblaue bis schwarze Flecken entstehen. Ein nasser Topf aus Gusseisen gehört deshalb auf einen Untersetzer.
  • Esche, 38 N/mm²: Esche ist die härteste der fünf, ein zähes und elastisches Holz.
  • Buche, 34 N/mm²: Buche ist so hart wie Eiche und wird gern für preisgünstige Möbel verwendet. Ihre Schwindwerte sind allerdings sehr hoch.
  • Nussbaum, 30 N/mm²: Nussbaum ist weicher als Eiche, auch wenn manche Normenwerke höhere Werte nennen. Nussholz ist außerdem teurer als die meisten anderen heimischen Edelhölzer.
  • Ahorn, 27 bzw. 29 N/mm²: Der niedrigere Wert gilt für Bergahorn, der höhere für Spitzahorn. Damit ist Ahorn das weichste der fünf Hölzer. Bergahorn zählt zu den hellsten heimischen Holzarten. Vom regelmäßigen Abwischen bekommt eine Ahornplatte einen seidigen Glanz.

Auf den weicheren Platten aus Nussbaum und Ahorn zeichnen sich Druckstellen eher ab. Untersetzer und Tischsets gehören dort von Anfang an dazu.

Bei den Tischen, die wir führen, stammen die Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Weitere Hölzer wie Kirschbaum oder Erle und ihre Eignung für Kästen und Fronten beschreibt unser Beitrag über Holzmöbel nach Maß.

Massivholz oder Furnier: Was steckt in der Platte?

Bei einem Massivholztisch ist die ganze Platte aus Vollholz. Einen tiefen Kratzer können Sie deshalb abschleifen. Furnier ist eine dünne Echtholzschicht auf einem Trägermaterial.

Weil im Handel auch furnierte Span- und Faserplatten als „Massivholz“ oder „Echtholz“ verkauft werden, fragen Sie im Geschäft gezielt nach, ob die Platte wirklich durchgehend aus massivem Holz besteht.

Auch eine massive Platte ist meist verleimt. Die Bohle wird dafür in Lamellen geschnitten, die nach alter Handwerkskunst „Herz zu Herz und Splint zu Splint“ zu einer Leimholzplatte verleimt werden. Für die Qualität achten wir darauf, ob die Lamellen über die ganze Länge des Tisches laufen. Platten aus kürzeren, keilgezinkten Stücken erkennen Sie an zackigen Fugen quer im Holzbild. Durchgehende Lamellen ergeben eine ruhigere Fläche.

Wie belastbar ein Tisch ist, hängt von Gestell und Zarge ab und davon, wie dick die Platte ist. Wenn Sie im Geschäft an einer Ecke rütteln, darf der Tisch nicht nachgeben. Vor dem Kauf klären Sie am besten diese Fragen:

  • Ist die Platte massiv oder furniert?
  • Laufen die Lamellen durch oder sind sie keilgezinkt?
  • Wie ist die Platte am Gestell befestigt?
  • Welches Pflegemittel sieht der Hersteller für die Oberfläche vor?

Geölt oder lackiert: Welche Oberfläche passt zu Ihrem Alltag?

Eine lackierte Platte ist im Alltag unempfindlicher. Eine geölte Platte können Sie dafür bei Kratzern punktuell ausbessern. Die beiden unterscheiden sich so:

  • Lack: Lack bildet einen Film auf dem Holz, je nach Wahl matt bis hochglänzend. Gegen Flüssigkeiten ist er beständig und meist pflegeleicht. Die Feuchtigkeitsaufnahme verzögert er, verringert aber auch die „Atmungsaktivität“ des Holzes. Mit den passenden Zusätzen bremst ein Lack auch das Verfärben durch Licht.
  • Öl und Wachs: Beide ergeben eine matte Oberfläche, die sich punktuell anschleifen und nachbehandeln lässt.

Lackiertes Holz wirkt nicht so natürlich wie eine geölte Platte. Wenn am Tisch Kinder malen und öfter ein Glas umfällt, raten wir trotzdem zu Lack. Öl passt besser zu Ihnen, wenn Sie die matte Holzoptik mögen und kleine Kratzer gern selbst ausbessern.

Wenn Ihr Tisch viel direkte Sonne abbekommt, fragen Sie nach einem Lack, der das Verfärben und Ausbleichen durch Licht bremst. Dauerhaft direktes Licht kann eine Holzoberfläche nämlich verfärben oder ausbleichen.

Beide Oberflächen brauchen mindestens einmal im Jahr Pflege: eine geölte mit Pflegeöl, eine lackierte mit Politur. Wischen Sie die Platte nur nebelfeucht ab, denn allzu viel Wasser vertragen Holzoberflächen nicht. Einen Kratzer schleifen Sie je nach Tiefe vorsichtig mit einem Schleif-Vlies oder feinem Schleifpapier an und behandeln anschließend die ganze Fläche mit dem passenden Mittel nach.

Für den Esstisch nehmen Sie ein Öl für innen, am besten jenes, das der Hersteller für seine Oberfläche vorsieht.

Esstisch mit sägerauer Holzplatte und Lederstühlen, dahinter ein Raumteiler aus Holzlamellen und ein Kamin
Sägeraue Tischplatte, dahinter ein Raumteiler aus Holzlamellen: Projekt Haus am See.Foto: @gregorproductions

Wie verträgt ein Massivholztisch die Heizungsluft?

Ein Massivholztisch reagiert auf Heizungsluft, denn Holz passt seine Feuchte ständig dem Raumklima an. Die Holzfeuchte ändert sich langsam mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das Holz quillt oder schwindet dabei, je nach Holzart unterschiedlich stark.

Wenn im Winter geheizt wird, gibt die massive Tischplatte Feuchte an die trockene Raumluft ab und schwindet.

Ideal für Holzmöbel sind 19 bis 23 Grad und 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ob Ihre Wohnung im Winter in diesem Bereich liegt, zeigt Ihnen ein einfaches Hygrometer.

Beim Quellen und Schwinden schneiden Eiche und Ahorn gut ab, die Esche mittel und die Buche schlecht. Dazu verzieht sich Buche leichter, wenn sich die Luftfeuchtigkeit ändert. Für eine große Platte in einer beheizten Wohnung raten wir deshalb zu Eiche. Fragen Sie auch, wie die Platte am Gestell befestigt ist: Eine massive Platte braucht eine Befestigung, die ihr in der Breite Spielraum lässt.

Wie groß muss ein Esstisch sein?

Ein Esstisch muss so groß sein, dass jede Person am Tisch mindestens 60 Zentimeter Tischbreite hat. Für die übrigen Maße gelten diese Richtwerte:

  1. Höhe: Die meisten Esstische sind 76 Zentimeter hoch. Als Standard gelten alle Maße zwischen 74 und 78 Zentimetern. Je nach Körpergröße sollte die Platte 27 bis 34 Zentimeter höher liegen als die Sitzfläche.
  2. Kopfenden: Für die Plätze an den Stirnseiten können Sie 40 Zentimeter einplanen.
  3. Breite der Platte: Pro Gedeck rechnet man 40 Zentimeter Tiefe und in der Tischmitte nochmals 20 Zentimeter für Töpfe und Schüsseln. Das ergibt eine Platte von 80 bis 100 Zentimetern Breite.
  4. Länge für sechs Personen: Für sechs Personen, die regelmäßig am Tisch sitzen, sollte die Platte mindestens 200 Zentimeter lang sein.
  5. Abstand zur Wand: Zwischen Tischkante und Wand sollten mindestens 60 Zentimeter frei bleiben, damit sich die Stühle noch gut verrücken lassen.

Die 60 Zentimeter zur Wand reichen, um einen Stuhl zu verrücken. Wenn hinter den Sitzenden auch jemand vorbeigehen soll, etwa auf dem Weg in die Küche, planen wir deutlich mehr Abstand ein. Kleben Sie die Maße vorher mit Malerkrepp auf den Boden und stellen Sie Ihre Stühle dazu. Sie werden sehen, ob man hinter den Lehnen noch bequem vorbeikommt.

Wie Sie in einem offenen Wohnbereich den Essplatz von der Sitzgruppe abgrenzen, zeigt unser Beitrag Wohnzimmer planen und einrichten. Wenn für eine Nische kein Serienmaß passt, lesen Sie in unserem Beitrag über Möbel nach Maß, wie eine Maßanfertigung mit unserer langjährigen Partnertischlerei abläuft.

Und wird der Tisch Teil eines neu eingerichteten Essbereichs, planen wir Tisch, Stühle und Licht gemeinsam in einem Einrichtungskonzept. Was die Planung Ihres Essbereichs ungefähr kostet, können Sie mit unserem Kostenrechner vorab überschlagen.

Häufige Fragen

Ist ein Esstisch besser geölt oder lackiert?

Ein lackierter Esstisch ist im Alltag unempfindlicher, denn Lack ist beständig gegen Flüssigkeiten und meist pflegeleicht. Ein geölter Tisch hat eine matte Oberfläche, die sich bei Kratzern punktuell anschleifen und nachbehandeln lässt. Wir raten zu Lack, wenn am Tisch oft etwas verschüttet wird, und zu Öl, wenn Sie die matte Oberfläche mögen und kleine Kratzer gern selbst ausbessern.

Eiche oder Buche: Welches Holz ist besser für einen Tisch?

Für einen Esstisch ist Eiche die bessere Wahl. Beide Hölzer haben eine Brinellhärte von 34 N/mm². Beim Quellen und Schwinden schneidet Eiche gut ab und Buche schlecht, denn Buche hat sehr hohe Schwindwerte. Buche wird gern für preisgünstige Möbel verwendet.

Was sind die Nachteile eines Massivholztisches?

Ein Massivholztisch arbeitet: Das Holz passt seine Feuchte dem Raumklima an und quillt oder schwindet dabei. Die Oberfläche verträgt allzu viel Wasser nicht und braucht mindestens einmal im Jahr Pflege. Auf weicheren Hölzern wie Nussbaum oder Ahorn zeichnen sich Druckstellen leichter ab als auf Eiche oder Esche. Wer eine pflegeleichte, hitzebeständige Oberfläche sucht, findet bei uns auch Esstische mit Keramikplatte.

Wie groß muss ein Esstisch für sechs Personen sein?

Ein Esstisch für sechs Personen, die regelmäßig daran sitzen, sollte mindestens 200 Zentimeter lang und 80 bis 100 Zentimeter breit sein. Zwischen Tischkante und Wand sollten zusätzlich mindestens 60 Zentimeter frei bleiben, damit sich die Stühle verrücken lassen. Wenn hinter den Stühlen auch jemand vorbeigehen soll, planen wir deutlich mehr Abstand ein.

Sofia Vrecar
Geschrieben von
Sofia Vrecar
Gründerin & Interior Designerin, Daunenspiel

Sofia Vrecar hat Daunenspiel 2016 gegründet und führt das Studio als Interior Designerin. Mit ihrem Team gestaltet sie Wohnungen, Häuser und Projekte in Wien und Umgebung, von der ersten Idee bis zur fertigen Einrichtung.

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Die Größe Ihres Tisches ergibt sich aus der Zahl der Menschen, die regelmäßig daran sitzen, und aus dem Platz, den Ihr Essbereich hergibt. Zwischen Eiche, Esche und Keramik wählen Sie leichter, wenn Sie die Materialien vor sich haben. In der Marxergasse 22 vergleichen Sie dafür viele Modelle und die gesamten Musterkollektionen unserer Hersteller im Showroom.

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