Bei der Planung eines Wohnzimmers beginnen Sie am besten bei der Sitzgruppe: wohin das Sofa blickt und wie weit es vom Fernseher entfernt steht. Wege und Licht ordnen sich danach.
In vielen Wiener Wohnungen teilen sich Sitzgruppe und Essplatz eine überschaubare Fläche. Unser Angebot dafür finden Sie auf der Seite Interior Design für das Wohnzimmer. Woraus ein Konzept besteht, erklärt unser Beitrag über das Einrichtungskonzept.
So planen wir ein Wohnzimmer
Wir messen den Raum zuerst digital mit Matterport und iMapper auf. Im Grundriss zeichnen wir dann ein, was fix ist: Fenster, Türen, Heizkörper, Steckdosen und den TV-Anschluss. Erst dann bekommen die Möbel ihren Platz.
Die Möbel planen wir in Metron und Ader, und im pCon Planner bauen wir den Raum in 3D nach: Dort sehen Sie Ihre neuen Möbel schon an ihrem künftigen Platz. Auch verschiedene Wohnstile fürs Wohnzimmer lassen sich so vorab vergleichen.
Wo sollte das Sofa im Wohnzimmer stehen?
Das Sofa steht am besten mit Blick auf den Fernseher oder hinaus aus dem Fenster. Den Hauptweg durch das Zimmer lässt es frei. Achten Sie darauf, dass der Weg zur Tür oder zum Balkon frei bleibt, sonst sitzt man im Durchgang.
Direkt an der Wand spart das Sofa Platz. Im offenen Grundriss kann es auch frei stehen und mit seiner Rückenlehne den Wohnbereich vom Essbereich trennen. Fauteuils stellen Sie so, dass die Plätze einander zugewandt sind und alle in der Runde Blickkontakt haben.
Wie weit sollte das Sofa vom Fernseher entfernt sein?
Für den Abstand zwischen Sofa und Fernseher empfehlen wir das 2,5-Fache der Bildschirmdiagonale, als Kompromiss für alle im Haushalt. Auf diesen Wert kam auch Stiftung Warentest im März 2026, in einem Praxistest mit 25 Personen vor Fernsehern mit 43, 55 und 65 Zoll, bei 4K-Inhalten und Licht wie im Wohnzimmer. Für die gängigen Größen heißt das:
- 43 Zoll: etwa 2,65 m
- 55 Zoll: etwa 3,40 m
- 65 Zoll: etwa 4,00 m
Übrigens: Männer wählten im Test im Schnitt die doppelte Diagonale als Abstand, Frauen das 2,7-Fache. Messen Sie vor dem Kauf von Sofa und Fernseher mit dem Maßband nach, wie viel Platz zwischen Sitzplatz und TV-Wand bleibt. In einem kurzen Zimmer passt oft ein kleinerer Bildschirm besser zur Sitzgruppe.
Auch beim Fernsehen braucht das Wohnzimmer Licht. Richten Sie die Leuchten so aus, dass sie sich nicht im Bildschirm spiegeln. Lassen Sie ein paar davon brennen, denn große Helligkeitsunterschiede zwischen Bildschirm und Raum strengen die Augen an.
Licht in drei Ebenen
In einem Wohnzimmer von rund 20 m² sollten es mindestens drei, besser fünf Leuchten sein, und richtig gemütlich wird es erst mit zusätzlichem Akzentlicht. Planen Sie das Licht deshalb in drei Ebenen:
- Raumlicht. Die Grundhelligkeit für das ganze Zimmer. Brennt am Abend nur eine einzige Leselampe am Sofa, wirkt der Rest des Zimmers düster.
- Zonenlicht. Licht dort, wo gelesen, gegessen, gearbeitet oder ferngesehen wird. Die Leselampe stellen Sie seitlich neben oder direkt hinter sich, am besten schwenkbar und dimmbar.
- Stimmungslicht. Akzente, die Raum- und Zonenlicht ergänzen. Ohne sie wirkt ein gleichmäßig hell ausgeleuchtetes Zimmer eintönig und ungemütlich.
An der Sitzgruppe sollten zwei, besser drei Leuchten stehen, alle dimmbar. Als Lichtquelle eignen sich LED in Warmweiß mit einer Farbwiedergabe von mindestens Ra 80. Warmweiß, wie Sie es von der Glühlampe kennen, liegt laut der Wiener Umweltberatung bei 2.700 bis 3.200 Kelvin.
Offener Wohnbereich: Zonen ohne Wände
In einem offenen Wohnbereich teilen sich Küche, Essplatz und Sitzgruppe einen Raum. So bekommt jeder Bereich seinen eigenen Rahmen:
- Licht: Theke oder Esstisch bekommen eine eigene Lichtzone, die sich getrennt vom Wohnbereich schalten lässt.
- Möbel: Ein frei stehendes Sofa oder ein Regal markiert die Grenze zwischen den Zonen.
- Akustik: Grenzen Sie die laute Küche möglichst vom ruhigen Wohnbereich ab. Je größer der Raum, desto stärker hallt er nach. In kleineren Räumen schlucken Polstermöbel, Bücher oder Vorhänge den Nachhall; in größeren helfen Teppiche, Wandbespannungen oder Schiebewände.
Ein Beispiel dafür ist eine Neubauwohnung, die wir 2026 eingerichtet haben: Küchenzeile, Essplatz und Sofa stehen dort ohne Wand dazwischen.
Ein kleines Wohnzimmer einrichten
Ob hoher Altbau oder kompakte Neubauwohnung: Diese Mittel helfen in kleinen Wohnzimmern.
- Helle Decke, helle Wände: Damit wirkt ein kleines Zimmer größer. In hohen, aber kleinen Altbauzimmern streichen Sie die Wände heller als die Decke, damit der Raum weiter wirkt.
- Ein Sofa, das sich dem Raum anpasst: Modulare Sofas lassen sich auf den Grundriss abstimmen. Bei der Panorama Lounge von WENDELBO etwa wählen Sie aus mindestens 18 Modulen und stellen daraus ein Sofa für kleine wie für große Räume zusammen; worauf es bei Gestell und Polsterung ankommt, zeigt unser Ratgeber zum Designer-Sofa.
- Stauraum, der den Boden freihält: Mit einer Wohnwand oder einem Sideboard nach Maß nützen Sie Nischen und Wandflächen. Weitere Möglichkeiten zeigt unser Beitrag über Möbel nach Maß.
Wenn danach das Schlafzimmer an der Reihe ist, finden Sie die nächsten Schritte im Beitrag Schlafzimmer planen und einrichten.
Häufige Fragen
Wo sollte die Couch im Wohnzimmer stehen?
Die Couch gehört dorthin, wo sie den Hauptweg durch das Zimmer freilässt und auf den Fernseher oder das Fenster ausgerichtet ist. In einem offenen Wohnraum eignet sie sich auch als Raumteiler zum Essbereich. An der Wand spart sie Platz, gerade in kleinen Wohnzimmern.
Wie weit sollte das Sofa vom Fernseher entfernt sein?
Zwischen Sofa und Fernseher sollte das 2,5-Fache der Bildschirmdiagonale liegen. Diesen Kompromiss für alle im Haushalt nennt Stiftung Warentest seit einem Praxistest im März 2026: bei 43 Zoll etwa 2,65 m, bei 55 Zoll etwa 3,40 m und bei 65 Zoll etwa 4,00 m. Männer wählten im Test im Schnitt einen kürzeren Abstand, nämlich die doppelte Diagonale; Frauen saßen mit dem 2,7-Fachen weiter weg.
Wie wirkt ein kleines Wohnzimmer größer?
Ein kleines Wohnzimmer wirkt größer, wenn Decke und Wände hell gestrichen sind. In Altbauten mit hohen, aber kleinen Zimmern sollten die Wände heller sein als die Decke. Außerdem helfen ein modulares Sofa, das sich auf den Grundriss abstimmen lässt, und Stauraum nach Maß in Nischen, der den Boden freihält.
Welches Licht macht ein Wohnzimmer gemütlich?
Gemütlich wird ein Wohnzimmer mit mehreren Lichtquellen in warmweißer Lichtfarbe, also 2.700 bis 3.200 Kelvin. Für rund 20 m² sollten es mindestens drei, besser fünf Leuchten sein, dazu ein Akzentlicht. An der Sitzgruppe sollten zwei, besser drei davon stehen, alle dimmbar.
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