Schlafzimmer planen und einrichten: Reihenfolge, Bett, Stauraum und Licht

Interieur
Ruhig gestaltetes Schlafzimmer mit gepolstertem Bett, Holzwand und eingebautem Stauraum
Ein Schlafzimmer als Ruheort: ruhige Töne, klare Flächen und Stauraum, der sich zurücknimmt.

Ein Schlafzimmer planen Sie am besten in dieser Reihenfolge: zuerst Tür, Fenster und Leitungen, dann das Bett, danach Stauraum und Licht. Vorgeschrieben ist dabei wenig, im Wesentlichen Raumhöhe, Fenstergröße und Türbreite. Wie viel Platz neben dem Bett bleiben muss, steht in keiner Vorschrift.

Damit entscheiden Sie nach Ihrem eigenen Alltag statt nach einer Zahl aus einem Möbelkatalog: Die berühmten „60 bis 80 Zentimeter neben dem Bett“ sind eine Faustregel, keine Vorgabe. Unsere Leistungen dazu finden Sie unter Interior Design für das Schlafzimmer.

So planen wir ein Schlafzimmer

Wir beginnen mit dem Aufmaß, und zwar vollständig. Den Raum erfassen wir mit Matterport und iMapper gemeinsam mit unserem Partnerbetrieb CDA Vrecar, daraus entstehen millimetergenaue Grundrisse. Im Altbau ist das keine Spielerei: Eine falsch angenommene Mauerstärke verschiebt einen Einbauschrank um Zentimeter, die es später nicht mehr gibt.

Danach klären wir die Reihenfolge, die den ganzen Raum bestimmt: Wo geht die Tür auf, wo liegt das Fenster, wo laufen die Leitungen. Erst dann stellen wir das Bett. Wie sich eine Planung dreidimensional zeigen lässt, beschreiben wir im Beitrag zur 3D-Planung.

Wie viel Platz muss neben dem Bett frei bleiben?

Die ehrliche Antwort lautet: Das schreibt in Österreich niemand vor. Verbindliche Bewegungsflächen kennt das Baurecht an Türen, Gängen und Sanitärräumen, an einem Möbelstück hängt keine.

Verbindlich ist nur der Weg zu Ihrem Bett. Eine Tür braucht mindestens 80 cm nutzbare Durchgangslichte, und die Seite, auf der sie aufgeht, entscheidet mit, wo das Bett stehen kann. Wie viel Platz daneben bleibt, hängt von Ihrem Alltag ab: wer auf welcher Seite aufsteht und wie weit die Schranktüren aufschwingen.

Nachtkästchen aus Holz an einer dunkelblauen Lamellenwand, mit eingebauten Steckdosen und einer Wandleuchte darüber
Steckdosen und Leuchte sitzen dort, wo sie gebraucht werden, weil sie vor der Wand geplant wurden. Schlafzimmer aus einem unserer Projekte.Foto: @gregorproductions

Welche Bettgröße ist die richtige?

Für Betten und Matratzen gibt es tatsächlich eine gültige österreichische Norm, die ÖNORM EN 1334. Sie legt allerdings fest, wie gemessen wird und welche Toleranzen empfohlen werden, nicht welche Größen es gibt. 90 mal 200, 140 mal 200 oder 160 mal 200 sind Marktkonvention, keine Vorschrift. Wer Ihnen sagt, 160 Zentimeter seien „der Standard“, meint das Sortiment, nicht die Norm.

Was das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs sagt, ist bewusst qualitativ: Bett und Matratze sollen bequem sein und ausreichend Platz bieten. Die Zentimeter entscheiden Sie, und die richtige Grundlage dafür ist Ihr Schlafverhalten, nicht eine Tabelle. Liegen Sie zu zweit, brauchen Sie mehr Breite als zwei Einzelmaße nebeneinander suggerieren; schlafen Sie unruhig, ist Länge wichtiger als Breite.

Temperatur, Luft und Licht: was belegt ist und was nicht

Hier stehen die meisten Zahlen im Umlauf, und die wenigsten halten einer Prüfung stand.

  • Temperatur. Das öffentliche Gesundheitsportal nennt rund 18 Grad als häufig als schlafgünstig angesehene Raumtemperatur und sagt im selben Satz, dass das individuell verschieden ist. Dieselbe Quelle setzt ihren eigenen Empfehlungen ausdrücklich eine Grenze: Nicht alles, was zum Schlaf beiträgt, ist wissenschaftlich belegt.
  • Luftfeuchtigkeit. Die viel zitierte Spanne von 40 bis 70 Prozent gilt für Arbeitsräume, nicht für Schlafzimmer. Für Wohnräume unterscheidet die Wiener Umweltberatung nach Bauzustand, und genau diese Unterscheidung fehlt in praktisch jedem Einrichtungsratgeber. In der Heizperiode ist Quer- oder Stoßlüften mit ganz geöffnetem Fenster wirksamer als ein dauerhaft gekipptes Fenster.
  • Licht. Für die Beleuchtung eines Schlafzimmers gibt es in Österreich keine Norm; die meisten Beleuchtungszahlen, die im Umlauf sind, stammen aus einer Norm für Arbeitsplätze. Das Gesundheitsportal wird konkreter als jede Kelvinzahl: helles Licht abends vermeiden oder begrenzen, beim Zubettgehen ausschalten, Bildschirme mitdenken.

Stauraum planen

Für Kleiderschränke gibt es zwar eine Norm, die ÖNORM EN 14749, aber sie regelt Sicherheit und Prüfverfahren, nicht Tiefen oder Abstände. Wie tief ein Schrank wird und wie viel Platz davor bleibt, planen wir deshalb nach dem, was hinein soll, und nach dem Weg durch den Raum. Wie ein Schrank nach Maß entsteht, lesen Sie im Beitrag zum Kleiderschrank nach Maß.

Begehbarer Kleiderschrank mit Glastüren und beleuchteten Fächern, dahinter der Blick ins Schlafzimmer
Ein begehbarer Schrank mit Glastüren und Licht in den Fächern. Caccaro-Schranksystem, wie wir es planen.

Der Punkt, den niemand einplant

Stürze sind in Österreich die häufigste Unfallart im Haushalt. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit zählte 2021 rund 214.000 Menschen, die sich zuhause bei einem Sturz so schwer verletzten, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Zwei der empfohlenen Gegenmaßnahmen betreffen direkt die Schlafzimmerplanung: Kabel möglichst nur entlang der Wände führen und Teppichkanten sichern.

Das ist der Grund, warum wir Steckdosen und Leuchtenpositionen früh planen und nicht am Schluss. Ein Nachttischlicht, dessen Kabel quer durch den Weg zur Tür läuft, ist kein Gestaltungsdetail.

Die wenigen Maße, die vorgeschrieben sind

Baurechtlich ist ein Schlafzimmer ein Aufenthaltsraum, und daran hängen die wenigen festen Maße.

  1. Raumhöhe. Ein Aufenthaltsraum braucht mindestens 2,50 m lichte Raumhöhe; bei Gebäuden mit höchstens drei Wohnungen und bei Reihenhäusern genügen 2,40 m. Unter einer Dachschräge muss das Maß nur über der Hälfte der Fußbodenfläche eingehalten werden.
  2. Fenstergröße. Die gesamte Lichteintrittsfläche muss mindestens zwölf Prozent der Bodenfläche betragen, ab einer Raumtiefe über 5,00 m je angefangenem weiteren Meter ein Prozent mehr. Genau deshalb wirken tiefe Altbauzimmer dunkel: Sie brauchen mehr Fensterfläche als ein quadratischer Raum gleicher Größe.

Wichtig für den Altbau: In rechtmäßig bestehenden Gebäuden dürfen Änderungen auch dann bewilligt werden, wenn sie von den heutigen Vorschriften abweichen, solange die Abweichung vertretbar bleibt. Ein Gründerzeitzimmer wird also nicht dadurch unbenutzbar, dass es einer heutigen Zahl nicht entspricht.

Häufige Fragen

Wie viel Platz muss neben dem Bett frei bleiben?

In Österreich schreibt das keine Vorschrift und keine Norm vor. Verbindliche Bewegungsflächen kennt das Baurecht an Türen, Gängen und Sanitärräumen, nicht an einem Möbelstück. Wie viel Platz Sie neben dem Bett brauchen, hängt von Ihrem Alltag ab: wer auf welcher Seite aufsteht und wie weit die Schranktüren aufschwingen.

Wo sollten Steckdosen und Leuchten im Schlafzimmer sitzen?

Dort, wo Sie sie brauchen, und so, dass kein Kabel quer durch den Weg zur Tür läuft. Deshalb planen wir Steckdosen und Leuchtenpositionen früh und nicht am Schluss. Stürze sind in Österreich die häufigste Unfallart im Haushalt, und das Kuratorium für Verkehrssicherheit empfiehlt unter anderem, Kabel möglichst nur entlang der Wände zu führen und Teppichkanten zu sichern.

Welche Raumhöhe und welche Fenstergröße braucht ein Schlafzimmer?

Ein Schlafzimmer ist baurechtlich ein Aufenthaltsraum und braucht mindestens 2,50 m lichte Raumhöhe, bei Gebäuden mit höchstens drei Wohnungen und bei Reihenhäusern 2,40 m. Die Lichteintrittsfläche muss mindestens zwölf Prozent der Bodenfläche betragen, ab einer Raumtiefe über 5,00 m je angefangenem weiteren Meter ein weiteres Prozent. Unter einer Dachschräge gilt die Mindesthöhe nur über der Hälfte der Fußbodenfläche.

Welche Temperatur ist im Schlafzimmer ideal?

Das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs nennt rund 18 Grad als häufig als schlafgünstig angesehenen Wert und weist im selben Satz darauf hin, dass das individuell verschieden ist. Die oft zitierte Luftfeuchtigkeitsspanne von 40 bis 70 Prozent stammt aus dem Arbeitsrecht und gilt für Arbeitsräume, nicht für Schlafzimmer.

Sofia Vrecar
Geschrieben von
Sofia Vrecar
Gründerin & Inneneinrichterin, Daunenspiel

Sofia Vrecar hat Daunenspiel 2016 gegründet und führt das Studio als Inneneinrichterin. Mit ihrem Team gestaltet sie Wohnungen, Häuser und Projekte in Wien und Umgebung, von der ersten Idee bis zur fertigen Einrichtung.

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